Die AWO in OWL sieht ihre 115 Kitas in Gefahr!

12.07.2017

Die AWO in OWL sieht ihre 115 Kitas in Gefahr, wenn die Finanzierungsbedingungen nicht grundlegend verbessert werden. Zur Unterstreichung der Dringlichkeit hat die AWO deshalb jetzt in ihren Kindereinrichtungen eine Unterschriftenaktion durchgeführt. Rund 3.600 Unterschriften von Eltern und Erzieher*innen wurden bisher gesammelt.

3.600 Unterschriften in OWL gesammelt

Zentrale Forderung der AWO ist ein neues Kita-Gesetz, das eine auskömmliche Finanzierung des Arbeitsfeldes sichert. Damit verbunden ist auch die Forderung nach einer kontinuierlichen Anpassung der Förderung an die Kostenentwicklung. Nur so kann die gute Qualität der pädagogischen Arbeit dauerhaft sichergestellt werden.

Klaus Dannhaus, AWO-Vorstandsvorsitzender: „Ein einmaliges Rettungspaket schafft nicht die notwendige, dauerhafte Planungssicherheit für Träger. Nur eine nachhaltige, verbesserte Finanzierung hilft hier weiter“.

Gespräch mit dem Kinder- und Familienminister geplant

Die AWO wünscht sich jetzt einen baldigen Gesprächstermin mit dem zuständigen NRW-Kinder- und Familienminister Wolfgang Stamp. Dabei sollen dann die Unterschriften aller vier Bezirksverbände in NRW übergeben werden. Aktuell sind es 30.000 Unterschriften.

Q:           https://www.awo-owl.de/details/rettung-fuer-unsere-kitas-jetzt.html

Unsere Kita s brauchen keine Legenden, sondern ein neues, auskömmliches und qualitätsförderndes Finanzierungssystem

So die ersten Anträge sind im Landtag angekommen. Es wird „beauftragt“ zu prüfen, zu handeln, zu entwickeln. Bitte nicht noch mehr Jahres verstreichen lassen. Die Notsituation ist gestern schon schlimm gewesen und sie wird aktuell nicht besser. Also schnell die Fachleute, die Elternvertretungen, die Landesvertreter/innen, die Träger, die Kommunen an einen Tisch holen und eine langfristige, belastbare, realistische Lösung erarbeiten.
https://www.landtag.nrw.de/…/dokument…/Dokument/MMD17-77.pdf
https://www.landtag.nrw.de/…/dokumen…/Dokument/MMD17-141.pdf

Düsseldorf: Eltern klagen über Personalmangel in Kita

rp-online.de
Düsseldorf: Eltern klagen über
Personalmangel in Kita
Tanja Karrasch (5-6 Minuten)
Die Eltern von Kindergarten-Kindern erhöhen den Druck auf das Jugendamt. Die Kitas in der Landeshauptstadt seien gut mit Erziehern ausgestattet, hatte die Behörde angegeben – viele Betroffene sehen das anders. Der Elternbeirat der städtischen Kindertageseinrichtung Sankt-Franziskus-Straße etwa hat sich in den vergangenen Monaten mehrfach an das Jugendamt gewandt und mehr Hilfe gefordert.
Es fehlten Erzieher, sagen die Eltern. Stellen blieben monatelang unbesetzt, seit einem Jahr würden ständig neue Springer eingesetzt. In den Wintermonaten gab es mehrfach
Notdienst – die Kita blieb geschlossen. Und in der vergangenen Woche habe sogar das Abschiedsfest der Vorschulkinder abgesagt werden müssen – aufgrund Personalmangels. „Diese Personalsituation ist für alle unzumutbar“, sagt die Elternratsvorsitzende Olga Kajgana.

Vier Stellen unbesetzt!
Die Eltern haben sich angeschaut, wie viele Erzieher in jeder Gruppe laut Plan eingesetzt sein sollten und das mit der realen Situation verglichen. Zum 1. August werden demnach
insgesamt vier Stellen nicht besetzt sein: Zwei Gruppenleiter- Stellen, zwei Teilzeitstellen, eine davon als Fachförderkraft. Außerdem können 36 Stunden Einzelintegration nicht
stattfinden. „Das heißt, unsere Kita wird nur mit knapp zwei Drittel der im Stellenschlüssel vorgesehenen Erzieher die Kinder betreuen müssen“, sagt Antje Hirr vom Elternbeirat.
So lange haben die Kitas in der Region geöffnet Die Einrichtungsleitung wollte sich als städtische Institution nicht zur aktuellen Situation äußern. Jugendamtsleiter
Johannes Horn sieht die Situation anders: „Die Betreuung der Kinder in der Kita St.-Franziskus-Straße ist und war immer gesichert. Aufgrund von Personalfluktuation – Wegzug einer Kollegin und Weiterqualifizierung – müssen zum 1. August
neue Fachkräfte dort eingesetzt werden“, schreibt er. „Die Stellenbesetzungen erfolgen zeitgleich mit dem Weggang der bisherigen Stelleninhaberinnen.“ Zur Überbrückung von
Ausfallzeiten seien auch Springer im Einsatz, die erkrankte Mitarbeiter vertreten, so Horn.
Viel Fluktuation Auch an dieser Stelle sieht Olga Kajgana ein Problem: „Wenn
wir übergangsweise Unterstützung bekommen, haben sich die Düsseldorf:

Kinder gerade an eine Erzieherin gewöhnt und schon ist sie wieder weg.“ Darunter leide die Qualität der Betreuung und das Vertrauensverhältnis der Kinder zu ihren Erziehern werde beeinträchtigt.
Bei den städtischen Kindertagesstätten (diese Gruppe macht 102 der 300 Kindertagesstätten in Düsseldorf aus) waren zum Stichtag 11. Juli von insgesamt 1266,69 Stellen 57,77 nicht besetzt, das ist eine Vakanz von 4,5 Prozent. Als vakant gelten Stellen, die noch nicht wieder besetzt werden konnten oder bei denen ein Mitarbeiter längerfristig krankgeschrieben ist. Zum 1. August würden weitere externe Fachkräfte eingestellt.
Für das Jugendamt ist das eine positive Entwicklung. Die Situation habe sich im Vergleich zu 2016 verbessert. Erfreulich sei auch, dass das System mit Springern für den Notfall funktioniere, sagte Horn.
Gute Statistik, schlechte Praxis
Den Elternbeirat der Kita an der Sankt-Franziskus-Straße  jedoch stellt das nicht zufrieden, im Gegenteil: Horns Darstellung erzürnt die Eltern. Die Personalsituation in den
Kitas werde falsch dargestellt, finden die Eltern. „Das sieht vielleicht in einer Statistik gut aus, aber in der Kita nicht“, sagt Olga Kajgana. Von einer Bewerbung bis zur Einstellung
vergingen teilweise mehr als sechs Monate, in dieser Zeit müsse von dem bestehenden Personal die Arbeit aufgefangen werden. Wird ein Erzieher krank, ist die Not bei der ohne hin dünnen Besetzung noch größer. Das Personal an der Kindertagesstätte habe so bereits sehr viele Überstunden aufgebaut.

Kajganas Tochter wird nach den Sommerferien zu den Vorschulkindern gehören. „Uns wurde jetzt schon gesagt, dass Ausflüge und der Schwimmkurs für die Maxi-Kinder
ausfallen werden, sollte sich an der Personalsituation nichts ändern.“

Gütersloh erhält 180 neue Kita-Plätze (21.07.2017 NW-Gütersloh)

Gütersloh erhält 180 neue Kita-Plätze (21.07.2017 NW-Gütersloh)

Entlastung: An der Weserstraße und am Hüssengarten gehen kurz hintereinander zwei Einrichtungen mit bis zu 180 Plätzen in Betrieb. Die inhaltlichen Schwerpunkte stehen fest

Gütersloh. Nicht nur auf dem Wohnungsmarkt ist die Lage angespannt. Neben preiswertem Wohnraum fehlt es an einigen Stellen auch an Kinderbetreuungsplätzen. Sundern und Spexard sind Bespiele für den Mangel. Doch schon bald wird sich die Situation spürbar verbessern – an beiden Standorten, und sogar etwas eher, als ursprünglich vorgesehen. Insgesamt stehen dann bis zu 180 zusätzliche Betreuungsplätze zur Verfügung. Und neue Wohnungen sind auch im Bau.

Als erstes geht die Sunderaner Kita Falkenrecks Heide (Auf der Haar/Hüssengarten) in Betrieb. Wie Hannu Peters, Bereichsleiter der Trägerorganisation Kolping-Akademie für Gesundheits- und Sozialwesen gGmbH, mitteilte, nimmt das Betreuerteam am 1. August die Arbeit auf. Die Betreuung startet nach zwei Wochen am 14. August. Vorgesehen ist eine schrittweise Aufnahme der Kinder samt Eingewöhnungsphase.

Die Leitung der Kita übernimmt Ina Ammon. Kolping setzt laut Peters auf verschiedene inhaltliche Schwerpunkte, darunter sozial- und (inter-)kulturelle Bildung, ökologische sowie naturwissenschaftlich-technische Bildung, Bewegung und Kinderrechte. Die offizielle Eröffnung sei im Anschluss an die Eingewöhnungsphase geplant, teilte Peters mit.
Wie berichtet, tritt die Kolping-Akademie mit Sitz an der Friedhofstraße erstmals als Kita-Träger auf.

Das Unternehmen der Paderborner Kolping-Bildungswerk gGmbH hatte sich zwar bereits 2012 um die Trägerschaft der Tageseinrichtungen in Pavenstädt und Avenwedde beworben, jedoch keinen Zuschlag erhalten. Da sich für die neue Kita an der Weserstraße – für 2,2 Millionen Euro von der heimischen Immobilienfirma Oesterhelweg errichtet – kein privater Betreiber fand, übernimmt die Stadt diese Einrichtung. Damit erhöht sich der ohnehin schon hohe Anteil städtischer Kitas auf 22 von den insgesamt 52 Kitas.

Neues Konzept zur Sprachförderung der Kinder wird angewendet

Anvisierter Eröffnungstermin an der Weserstraße ist laut Sozialdezernent Joachim Martensmeier der 1. Oktober.
Wie in Falkenrecks Heide (Investor: Fa. Wolbeck) stehen auch in der Spexarder Kita maximal 90 Plätze in fünf Gruppen zur Verfügung. Es handelt sich um 20 U 3- und 70 Ü 3-Plätze. Die Anzahl der Beschäftigten variiere und richte sich nach dem Anteil der Teilzeitpädagoginnen, hieß es.

Inhaltlich setzt die Einrichtung die pädagogische Konzeption der städtischen Tageseinrichtungen um, zudem gibt es laut Martensmeier den Schwerpunkt Sprachbildung. „Die in den letzten Jahren gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Praxiserfahrungen zeigen, dass es vor allem eine systematische alltagsintegrierte Sprachbildung ist, die die sprachliche Entwicklung der Kinder fördert“, heißt es dazu beim NRW-Familienministerium.

Eine sprachanregende Umgebung im pädagogischen Alltag der Kindertagesbetreuung biete dafür viele Anlässe. Die umstrittene punktuelle Sprachstandserhebung mit Delfin 4 für Kinder in Kindertageseinrichtungen gibt es seit dem Kindergartenjahr 2014/2015 nicht mehr. Sie wurde abgelöst von entwicklungs- und prozessbegleitenden Beobachtungsverfahren. Was die Öffnungszeiten angeht, starten beide neue Kitas mit einem Betrieb zwischen 7.30 und 16.30 Uhr.

Was die Einrichtung im Neubaugebiet an der Weserstraße (Oesterhelweg baut hier 16 Sozialwohnungen) angeht, ist nach der Eröffnung eine Bedarfsabfrage unter den Eltern vorgesehen. Gegebenenfalls würden die Zeiten dann angepasst, so die Verwaltung. Ein neuer Anlauf für die Vergabe der Trägerschaft sei derzeit nicht geplant, sagte Martensmeier. Zunächst werde die von der Landesregierung angekündigte Neuregelung der Trägerfinanzierung abgewartet.

Information

Demnächst Pavenstädt

  • Laut Beschluss des Jugendhilfeausschusses bleibt auch nach Errichtung des Ersatzbaus die Trägerschaft der Kita Pelikanweg in Friedrichsdorf bei der Stadt. Die Inbetriebnahme ist für die erste Jahreshälfte 2019 vorgesehen.
  • Das Verfahren für eine weitere neue Kita in Pavenstädt wird laut Verwaltung nach Inkrafttreten des Bebauungsplans „Auf dem Stempel/Im Fenne“ fortgesetzt.
  • Verabschiedet wurde der B-Plan, der den Bau von 150 neuen Wohnungen umfasst, vorige Woche im Rat. Pläne für weitere Kita-Neubauten gebe aktuell es nicht.